der countdown countet
Ich weiss wirklich nicht, wo meine Zeit bleibt, plötzlich scheint alles schon dem Ende nahe, dabei bleiben mir noch 3 Monate in Honduras und zwei Monate Reisen - trotzdem, bei alledem, was ich so gerne noch machen möchte, scheint mir die Zeit nicht aus zureichen - das bedeutet, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. So zum Beispiel meine Arbeit in Arte Accion, die jetzt neue Formen annehmen wird. Am letzten Freitag ist Johanna von Ecuador angereist gekommen!!!
Übers Wochenende(Sa+So), war ich noch mit Arte Accion im Süden des Landes (Langue Valle) um eine Arte “Begrüssungsfestival” zu machen für ein neues Projekt, das dort aufgebaut werden soll.
Die Hitze, die uns dort erwartet, hat mich beinahe erschlagen. Eine Fahrt von drei Stunden und man findet sich in der Wüste Africas wieder. Über den Tag war es so heiss, dass wir uns nur von einem Ventilator-Luft-aufgewirbeltem Fleck zum nächsten geschleppt haben. Deshalb startete das Festival auch erst am Abend um den Zanceros(Stelzenläufern) und den Schauspielern, das ganze leichter zu machen, wodurch sich allerdings auch die Möglichkeit bot mit Feuerpois (Bälle, die an Seilen/Metallketten befestigt sind und von den Händen kreisförmig durch die Luft geschwungen werden) aufzutreten, was natürliche Eindrücke hinterließ.
Insgesamt war es ein sehr schönes Festival, was wir am nächsten Tag mit einem Ausflug ans Meer abrunden konnten (was etwas sehr Besonderes für die Jugendlichen ist, das sie nicht oft diese Möglichkeit bekommen). So haben wir den Vormittag am Meer verbracht
und sind Abends nach Tegucigalpa zurück gekehrt, wo mich dann ein Konzert und Johanna erwartet haben.
Café Tacuba, eine mexicanische Rockband, die ihre Musik mit den populären mexikanischen Klängen vermischt, in Honduras sehr berühmt. Es war ein besonderes Erlebnis hier in Honduras auf ein Konzert dieser Art zu gehen. Obwohl es eigentlich etwas Besonderes ist und man sich ein riesen Konzert vorstellt, war es im Grossen und Ganzen doch eher eine “nette” Athmosphäre, was es den Leuten aber wiederum ermöglicht hat, ausgelassen zu tanzen und zu feiern(was ich übrigens sehr genossen habe! ;-)).
Zurück vom Konzert, hat mich die liebe Johanna zu Hause erwartet. Bis in die Nacht haben wir noch gequatscht und schon die ersten Informationen über Arbeit und Creatieve Therapie ausgetauscht!
Am Monatg war dann Johannas erster Tag in Arte Accion und meine erste Evaluation mit einem Clienten. Ganz schön aufregen kann ich euch sagen, diese neuen Schritte zu gehen!
Ich bin stolz und froh, dass ich sagen kann mit einem Clienten schon einen Teil seines Prozesses abgeschlossen zu haben und nun mit ihm neue Wege zu gehen. Nicht nur für die Clienten sind diese Schritte wichtig sondern auch für mich um mir wirklich bewusst zu machen, was ich tatsächlich schon erreicht habe in den vergangen en Monaten. Das, in einem Document, Schwarz auf Weiß zu sehen, erfüllt mich mit Stolz. Vorallem, weil ich jetzt endlich Johanna zeigen kann, wo ich mich mit den verschiedenen Jugendlichen gerade befinde und unsere Ideen für Ort, Art und From der Creatieven Therapie heran wachsen.
Ich bin ganz euphorisch, was die kommende Zeit betrifft. Ich habe das Gefühl, dass meine Arbeit und mein Lernen noch einmal ganz andere Formen annimmt und ich mich noch einmal ganz anders mit verschiedenen Themen auseinander setzten kann.
Meine letzten Wochen waren bestimmt vom vielen Arbeiten, Verabschieden und Erleben von neuen Seiten Honduras. Wie schon gesagt, bin ich mittlerweile soweit, dass ich mit einigen Clienten einen Teil ihres Prozesses abschliessen kann, was auch neue Erfahrungen in sich birgt. Ich merke hierdurch, wie viel ich über den therapeutischen Prozes gelernt habe, welche Formen er annehmen kann und wie sich die verschiedenen Fasen tatsächlich anfühlen.
Die Zeit hat nicht nur innerhalb meiner Arbeit eine Rolle gespielt, auch von Freunden habe ich mich mittlerweile schon verabschiedet, die wieder zurück nach Deutschland gehn oder in andere Länder,
da bleibt es nicht aus, dass man sich mit der eigenen Zeit beschäftigt und schwubs hab ich gemerkt, dass die am Anfang nicht verstreichende Zeit aufeinmal davon rennt. Auch wenn alle Münder einem diesen Wandel hervor sagen, ist es doch etwas anderes, das auch bewusst zu erleben. So bin ich doch unglaublich froh alle diese Entscheidungen getroffen zu haben, die Mühe und den teilweise Seelenschmerz auf mich genommen habe um jetzt sagen zu können, dass mir dieses Land und die Leute mit der Zeit ans Herz gewachsen sind und es mir schwer fallen wird dies zu hinterlassen! Aber mir bleibt ja alle Zeit der Welt um hierher zurück zukehren!;-)
Honduras von einer Seite, die ich nicht erahnt hätte: ich war auf einer elektro Party!!! Ich weiss nicht wieso, aber irgendwie erscheint mir das immer noch wie eine verkehrte Welt, wenn ich mich auf solchen Festitäten befinde. (vielleicht aus dem Grund, weil ich doch ein Frankfurtermädel bin???).
Naja, jedenfalls war dies einAuftritt einer DJ-Frau aus Tschechien - nicht schlecht Herr Specht!! Was soll ich sagen, die Frau weiss, wos lang geht! Besonders schön war dieses Erlebnis, weil ich mit Manu(mein Nachbar) und Carla(einer Freundin) die aus Thailand importierten Klammoten auf dieser Party verkauft habe. (wie gesagt - importierte Klammotten aus Thailand - eine verkehrte Welt). Carla und ich waren so zu sagen, die Chicas von Manu, hatten seine Klammotten an und haben immer schön nett gelächelt!;-)
Nein, wir hatten wirklich unseren Spass und haben uns mit kleinen Tanzausflügen abgewechselt.
Zur kommenden Zeit kann ich nur eins sagen - ich habe ANGST! …die Hitze kommt, die Landschaft wird ein einziger zertrockneter, bröseliger Kecks sein und die Stadt in einer Smogwolke verschwinden! Aber zum Glück bleiben noch die erfreulichen Dinge des Lebens wie z.B. Mangos, ohne die ich mir ein Frühstück schon gar nicht mehr vorstellen kann!







